Ich bin getauft – das reicht
Ich bin getauft – das reicht

Ich bin getauft – das reicht

Sollte ich in Zukunft gefragt werden, ob ich geimpft sei, werde ich mit den Worten der Überschrift antworten. Und auf Nachfrage, auf einen Blogtext verweisen.

Auf einen Text, der den „Rundumschlag“ wagt.

Und dabei auch die kognitive Dissonanz beleuchtet. Ein Schlagwort, das mir derzeit ständig begegnet.

Spektrum schreibt dazu: https://www.spektrum.de/lexikon/psychologie/dissonanztheorie/3529

Auszug:

„Aus Sicht der Dissonanztheorie strebt jeder Mensch danach, Gleichgewicht und Widerspruchsfreiheit in seinem Glaubens- und Gedankensystem zu haben – mit der Folge, daß Menschen jegliches Verhalten und Entscheiden zu rechtfertigen versuchen und sie hierzu oft ihre Einstellung ihrem Verhalten anpassen.“

Der, die Überschrift liefernde Blogger dazu:

„… Während wir heute den Kopf über alte Sündenböcke wie Farbige, Juden, Natives, Homosexuelle, Ausländer, Hexen, Brillenträger (Rote Khmer in Kambodscha), Ungläubige usw. schütteln, so spielen wir das Spiel mit den Ungeimpften (Impfverweigerer wäre das falsche Wort, da es ein bewusst manipulatives Framing darstellt) nun neu. Die kognitive Dissonanz lässt grüßen. Der Transfer von Geschichtswissen in die Gegenwart scheint nur selten möglich. Die Jagd auf die Ungeimpften hat begonnen …“

Jeder von uns kennt Situationen, die wir im Nachhinein verbrämen. Denen wir einen anderen Spin geben. Nur um nicht zugeben zu müssen, vor allem vor uns selbst, wie falsch und oft unwürdig wir uns geäußert oder verhalten haben. Es ist nötig um unser Eigenbild aufrecht zu erhalten. Oft auch um unser Eingebettetsein in ein Sozialgefüge, das uns Sicherheit vermittelt, nicht zu gefährden.

Da kämpfen das Verlangen, das Gewissen, die soziale Stellung, die politischen, wirtschaftlichen und religiösen/spirituellen Ansichten um Vorrang. Vorrang vor dem, was sich Wirklichkeit nennt. Die wird dann notfalls einfach angepasst. Wird dem eigenen Wohlbefinden zuliebe verdreht, wenn nicht gar verleugnet.

Das ist das, was die Psychologie in den letzten fünfzig Jahren darüber heraus gefunden hat.

Hier noch einmal gut lesbar zusammen gefasst.

https://www.coaching-vergleich.ch/ratgeber/kognitive-dissonanz-wie-der-mensch-sich-alles-zurechtlegt-c:70588

Allgemeingut ist es trotz all der Jahre, noch immer nicht.

Solcherart Erkenntnisse sind unbequem. Verlangen nach Veränderung von Sichtweisen. Und wer mag schon gern seine Sicht auf die Welt verändern, wenn sie im Alltag doch Sicherheit und Wohlergehen verspricht.

Wir alle sind betroffen. Mal mehr. Mal weniger. Wir sind Menschen. Fehlerhafte.

Was allerdings unverzeihlich ist, ist Ignoranz. Die fasst immer mit Überheblichkeit einhergeht. Derart gestrickte Menschen sind oft einem Wahn der Rechtschaffenheit erlegen, der Verwüstung im Zusammenleben hinterlässt.

Worüber auch der Autor des Satzes: „Ich bin getauft – das reicht“, seinen wohlgeratenen und gereiften Senf abgibt. Zurecht. Und all die Zumutungen als Zeichen eines Paradigmenwechsel deutet. Einem Umbruch. Einem großen. Sehr großen. Einem Epochalen.

Was wohl bedeutet, das die Ankunft des in der Bibel vorausgesagten Antichristen, in nicht mehr allzu ferner Zukunft, erwartet werden kann.

Aber wer weiß das schon genau. Doch die Anzeichen mehren sich.

Es ist eine Lektüre, die ich, ob all der Feinheiten, Anspielungen und Spitzen, die beim einmaligen Lesen gar nicht alle auffallen, mehrmals mit Vergnügen gelesen habe.

Ein Vorgehen, das ich jedem Leser empfehle. Denn wenn es ein Text verdient, dann dieser.

Leider habe ich ihn erst zu Weihnachten entdeckt. Bei der Recherche zu diesem Artikel. Hab ihn verwundert gelesen und erst im Nachhinein bemerkt, das er schon im August des Jahres 2021 erschienen war.

Damals von mir unbemerkt. Und anscheinend ging es anderen ebenso. Denn es gibt nur wenige Verweise dazu. Natürlich in alternativen Medien. Zumindest hab ich keine anderen gefunden.

Dabei hätte es dieser Beitrag mehr als verdient, auf den Feuilletonseiten großer Zeitungen veröffentlicht zu sein.

Etwas, was vor zehn Jahren vielleicht noch möglich gewesen wäre.

Doch nein, wir befinden uns jetzt eindeutig in einer anderen Zeit, einer mit anderen Prämissen.

Was bleibt ist die elektronische Weitergabe. Das übergehen des Mainstreams.

Denn es ist kein Null acht fünfzehn Beitrag, schnell gelesen und zur Seite gelegt. Auf zum Nächsten. Nein, es ist ein, wie soll ich es nennen, ein inspirierter Text. Eine Ausnahmeerscheinung. Und noch immer so aktuell wie bei seiner Ersterscheinung.

Texte; besonders literarische Texte; aber auch Liedtexte haben schon Geschichte geschrieben, haben Veränderung angestoßen. Denken sie nur an John Lennon und sein „Imagine“. Oder an den Klassiker schlechthin: die Bibel; eine Sammlung von Texten verschiedener Epochen.

Der Artikel hat dank seiner Qualität das Zeug dazu, das Gespräch zwischen Impfbefürwortern und Impfgegnern wieder möglich zu machen. Die Diskussion um Für und Wider wieder anzuschieben. Hat vielleicht sogar das Potential die Spannungen, selbst Spaltungen aufzuheben. Denn der Humor, die Spitzfindigkeiten und die Tiefe der Gedanken werden unterschiedlichste Menschen ansprechen.

Der Autor schreibt: Religiöse Bilder gehören zu den wirkungsvollsten und stärksten, sie sind tief in unserem Unterbewusstsein verankert.“

Darauf baut er auf. Mit einem spirituellem, einem lebendigen, menschenfreundlichem Ansatz. Und indem er den uns Menschen eigentümlichen Drang, Wunsch oder wie auch immer man das nennen will, nach Religiosität, nach übergeordneter Bedeutsamkeit des Lebens zum Ausgangspunkt nimmt und weltanschaulich materiell umdeutet, wird bei all jenen die guten Willens sind, eine Verbindung möglich, die die Kluft überwindet. Und so einen Weg bahnt, die Zumutungen, die auf uns allen lasten, hinter uns zu lassen.

Als Teaser dieser Auszug:

Es ist Zeit, wieder mal in die Kirche zu gehen.
Die Tauffeier von strenggläubigen Bekannten steht an.
Für mich eine willkommene Abwechslung, denn die derzeitige Situation hinterlässt Spuren.

Während ich beim Eintritt in das Gebäude nach dem Weihwasser suche, fällt mein Blick auf ein blaues Fläschchen, das mir von einem braven Gehilfen gereicht wird: das Desinfektionsmittel.
Ich werde angehalten, dieses zu verwenden. Also, wasche ich meine Hände in Unschuld, während ich unbekannte Viren- und Bakterienstämme gleich am Kircheneingang trotz „Du sollst nicht töten“ den Garaus mache.
„Hoffentlich werden in Zukunft auch die Kleinen sofort gegen Corona geimpft. Mein Hausarzt freut sich schon darauf. Jeder sollte geimpft sein“, höre ich einen älteren Mann nebenan sagen.
Mir fällt es wie Schuppen von den Augen.
Ja, das neue Weihwasser ist das Desinfektionsmittel. Und die neue Taufe, das ist die Corona-Impfung. Der Dorfpfarrer wird abgelöst, seine Rolle übernimmt nun der Hausarzt.
Das neue Kirchengebäude ist die Arztpraxis, die aktuellen heiligen Hallen sind nun die Labore.
Die neuen Wanderprediger der Angst verkünden ihre Botschaften nicht mehr von den Kanzeln, sie tingeln von einer Talkshow-Couch zur nächsten, um ihre Apokalypse zu reiten. Statt Theologie haben sie meist Medizin studiert. Am besten die Lehre von den Sünden, die Virologie. Und auch die neuen Priester missionieren mit großem Eifer, der Teufel ist schnell an die Wand gemalt.

Keine tröstlichen, ermutigenden Worte sind zu hören. Vielmehr vernehme ich drost-liche von einem viel zu groß gewordenen Hobbit, der mit Macht, Bedeutsamkeit und Eitelkeit ringt. Er entwarf den neuen Beichtstuhl der Marke „perfectus, confessio, reus“ (kurz PCR), der nach mehr als 30 Beichtrunden jede gewünschte Sünde als Todsünde identifizieren kann. Alles nur aus reinster Charité …“

weiterlesen:

Und allen, die jetzt noch nach weiterer erhellender Lektüre suchen – was eher unwahrscheinlich ist, ob all der Gedanken die einem nach der Lektüre im Kopf herumschwirren dürften – möchte ich noch den eigenen Beitrag, mit der Verlinkung zum Augen öffnenden Text von Tim Foyle, empfehlen.

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