Saft – mehr Saft bitte
Saft – mehr Saft bitte

Saft – mehr Saft bitte

Alle Süchte haben etwas gemeinsam, die Funktion. Eine psychologische. Wir Menschen sind wenig davon angetan, uns mit widerstreitenden, unser Selbstbildnis in Frage stellenden Verhaltens- und Denkweisen auseinanderzusetzen. Gern nutzen wir zu deren Abwendung Ausflüchte. Suchen nach Auswegen und besonders gern nach Entlastung negativer Gefühle. Der Erlösung aus Mühsal und Leid.

Wer kennt ihn nicht, nach einem anstrengenden Tag, der Griff nach der Tafel Schokolade. Den Gummibärchen. Oder der Flasche Wein. Manch einer mag lieber zu einem Whisky oder einem Bier greifen. Ein anderer shoppt oder lässt sich vom Geblinke des Geldspielautomaten und dem Reiz des Gewinnens ablenken. Andere mögen das auspowern. Rennen, radeln oder muckibuden bis zur Erschöpfung. Jeder von uns hat so ein Mittelchen, um wenigstens für kurze Zeit, dem Unangenehmen die kalte Schulter zu zeigen.

Dem Einfallsreichtum sind da kaum Grenzen gesetzt.

Insofern kann sich auch kaum jemand davon freisprechen. Heißt: wir alle sind Betroffene. Mal mehr, mal weniger. Und mit Wenigem fängt es meist an. Einigen reicht das. Doch viele streben nach mehr. Nach mehr von dem, das Erleichterung schafft. Nennt sich Suchtverhalten, aus dem sich letztlich die Süchte entwickeln. Die dann regelrecht ein Eigenleben entwickeln. Immer weniger steuerbar sind. Und gar nicht so selten bis zur Zerstörung führen. Mental als auch körperlich.

Halt! Halt! Was hat das alles mit Energie zu Tun? Davon sollte doch dieser Beitrag handeln. Oder ist mit Saft etwas anderes gemeint?

Nein – ist es nicht. Und ja, eine gute Frage.

Doch gemach. Um sich dem Geschehen zu nähern, ist der einfachste Weg, der, sich vom Kern zu den Außenbezirken vorzuarbeiten. Denn, bildlich gesprochen, ist im Kern bereits all das angelegt, was sich später in den Früchten zeigt.

Nicht als eine Zwangsläufigkeit, sondern in Zusammenspiel mit den äußeren Bedingungen und der Reaktion darauf, sich zeigt oder auch nicht zeigt.

Als soziale Wesen lernen wir von anderen. Schauen uns gern deren Strategien der Lebensbewältigung ab. Was bei vielen Kindern von diversen Süchten abhängigen Eltern, in späteren Jahren, meist ungewollt, zu ähnlichen Suchtverhaltensweisen führt.

Doch auch Verwandte, Nachbarn, Freunde, die peer group und auch andere, auch selbstgewählte Vorbilder prägen unsere Sicht auf die Welt. Und unser Verhalten darin.

Deshalb sind Suchtstrukturen auch in Familien, letztlich in ganzen Gesellschaften zu finden.

Sucht ist ein eigentlich ein Ausweichverhalten. Eines, das dem Süchtigen erlaubt, gefühlte Dissonanzen im Inneren, als auch im Äußeren, in Schach zu halten.

Nur, der Preis dafür ist hoch.

Nicht selten wird mit dem Ableben dafür gezahlt. Gar nicht so selten selbstgewählt. Allein die Vielzahl an Drogen- und Alkoholtoten sprechen eine deutliche Sprache. Doch sie sind nur die Spitze der Pyramide. Unter der eine Melange an Süchten lauert.

Und wie alle Süchte, die meist einen harmlosen und durchaus positiv besetzten Einstieg haben, verhält es sich auch bei der Verwendung von Saft. Einmal in Form von Elektrizität. Aber auch gewonnen, durch massenhafte maschinelle Umwandlung in kinetische Energie. Vorwiegend durch Verbrennung von fossilen Stoffen wie Öl, Gas und Kohle.

Stoffe, die eine, zumindest dem äußeren Anschein nach, unbegrenzte Energiegewinnung erlauben. Und das ist in der Menschheitsgeschichte, tatsächlich ein ziemlich neues Phänomen.

Das Dampfzeitalter, erst durch den markant ansteigenden Abbau von Kohle möglich, startete nämlich erst so um das Jahr 1750 herum.

Da traf sich süchtig machendes, Unfrieden, Zwist und Krieg stiftendes Geld, mit einer Obsession, der nach Energie. Die dann ein Traumpaar bildeten. Das der Zerstörung. Das Sprichwort: „Der Weg zur Hölle ist mit guten Absichten gepflastert“, bringt es auf den Punkt.

Oder, um mit Goethes abgewandelten Worten zu reden: Fortschritt ist die Kraft, die stets das Gute will und stets das Böse schafft.

Doch den Warnern, Fortschrittskritikern – und die gab es von Anfang an und gibt es noch immer – wurden und werden immer die angeblichen Vorteile dargelegt. Ihnen wurde und wird eine Verweigerungshaltung unterstellt. Konservatismus. Tendenzpessimismus. Nicht selten gar Defätismus.

Dabei meint Fortschritt, im gemeinsamen sprachlichen Verständnis, doch einen Wandel zum Besseren.

Etwas, das allen Süchtigen anfänglich ihrer Sucht auch so vorkommen mag. Ein Beispiel:

Auszug:

„Da Kokain sehr schnell ins Gehirn gelangt, im Nervensystem die Dopamin-Transporter blockiert und die Serotonin- und Noradrenalin-Konzentration erhöht, löst es beim Konsumenten ein intensives euphorisches Gefühl aus. Es kann außerdem zu Hyperaktivität, vermehrtem Rededrang, erhöhter Aufmerksamkeit, gesteigerter Vitalität und Leistung sowie sozialer Enthemmung und Luststeigerung kommen. Diese Zustände treten in der ersten Phase des Kokainrauschs auf.“

Doch leider, leider, wird das so positiv Erlebte, bald ins Gegenteil verkehrt.

Auszug:

„Haben die positiven Effekte der ersten Phase vergleichsweise kurz nach dem Konsum nachgelassen, kommt es häufig zu Angstgefühlen, Anspannung, Halluzinationen und paranoiden Wahnvorstellungen. Ist der Rausch vollständig abgeklungen, fällt der Konsument in ein Tief mit depressiven Verstimmungen. Die charakteristischen Merkmale der letzten Phase des Kokainrauschs sind unter anderem Antriebslosigkeit, Erschöpfung, Niedergeschlagenheit und Müdigkeit. Mögliche besonders schwerwiegende psychische Folgen können paranoide Störungen und Selbstmordgedanken bis hin zum tatsächlichen Suizid sein.“

Nur eine Auswahl, aus all den vielfältigen zerstörerischen Nebenwirkungen, die bei Süchten auftreten.

Tja. Wo ist da letztlich der Wandel zum Besseren?

Und das Kuriose, das Unglaubliche an all dem, ist der beinahe unverrückbare Glaube der meisten Menschen, kein Suchtverhalten zu zeigen, nicht süchtig zu sein.

Was dann zu so absurden Situationen führt, das in irgendeiner Sucht gefangene Ärzte, süchtige Patienten behandeln.

https://www.welt.de/vermischtes/article151520202/Die-schockierende-Drogenbeichte-eines-Anaesthesisten.html

Das Problem: da wollen doch tatsächlich Blinde, andere Blinde aus dem Dunkel führen.

Denn auch Ärzte sind, wie viele andere Bürger auch, oft süchtig. Häufig süchtig nach Geld; nach Luxus und Anerkennung. Was ja auch, nach all den Entbehrungen der Schulzeit und des Studiums, gefühlsmäßig nachvollziehbar ist.

Wie gut, das das gesellschaftlich, als gesundes Verhalten durchgeht. Sonst müssten doch glattweg alle Suchtkliniken, wegen persönlicher Befangenheit großer Teile der Belegschaft, schließen.

So wird auch klar, warum nach der klinischen Suchtbehandlung, die Flucht in andere Süchte, nicht erfasst und auch nicht erforscht wird. Denn die Erfolgsquote würde dadurch drastisch sinken. Würde die gesamte Suchttherapie ins Zwielicht rücken. Und damit wohl auch die Kompetenz der behandelnden Ärzte. Also wird die Definition von Sucht und Suchtverhalten eingeschränkt. Fokussiert sich im Medizinbereich fast ausschließlich auf stoffbezogene Süchte.

Doch zurück zum Thema Saft. Wie der Rausch des Kokains, ist auch der Hunger auf Energie, süchtig machend. Wer das nicht sieht ist blind. Oder weigert sich, die Tatsachen wahrzunehmen. Jahr für Jahr – Steigerung der Dosis. Immer mehr Aufwand, für weniger Nutzen. Preiserhöhungen werden kritisch beäugt. Aber letztlich doch geschluckt. Und jeder Versuch die Verfügbarkeit einzuschränken, wird vehement abgelehnt. Kritiker werden diffamiert. Gern auch als unlauter gebrandmarkt. Nach dem Motto: wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen.

Nicht, das ich die Vorteile der modernen Energiegewinnung nicht sehe.

Sie erlaubt uns einen Lebensstil, der selbst bei Fürsten vergangener Jahrhunderte, Neid hervorgerufen hätte.

Die Annehmlichkeiten sind vielfältig. Und wer es sich leisten kann, schwelgt in einem nie gekannten Luxus. Ermöglicht durch Abermillionen sogenannter Energiesklaven, die Stunde um Stunde in Dienste ihrer Herren verbringen. Zuständig für Antrieb der Yachten, Flugzeuge und Autos. Und auch für die Erfüllung all der materiellen Wünsche, die jenen durch den Kopf spuken. Auch wenn es, der schönen Aussicht wegen, ein Ausflug ins Weltall ist.

Das sind die Auswüchse.

Doch der Normalfall unterscheidet sich nur graduell. Jeder von uns „Westlern“ benötigt für den täglichen Lebensstil eine große, wirklich große Anzahl an Energiesklaven. Das beginnt ganz offensichtlich schon morgens beim Duschen mit Warmwasser, dem Kaffeekochen, der Fahrt im Auto zum Arbeitsplatz und endet nach vielen ungenannten Energie verschlingenden Tätigkeiten, gern abends vor dem Fernseher.

Der nachfolgende Comic von Stuart McMillen bringt die ganze Thematik gut auf den Punkt.

Jeder einzelne Sachverhalt, der im Comic angesprochen wird, wäre einen eigenen Beitrag wert. Doch wozu, jeder uns weiß doch, das die fossilen Energieressourcen endlich sind. Und die Probleme, die daraus resultieren, auch nicht neu sind.

Das Problem: wer will schon freiwillig auf solche Möglichkeiten, die uns die Energiesklaven bieten, verzichten. Die das Leben so vereinfachen. Und wenn das nötige Vermögen da ist, oder zumindest das Einkommen stimmt, ein Luxusleben erlaubt.

Rückschritt, gar Abstinenz, stößt nicht gerade auf positive Resonanz.

Wer im Alltag auf einen Alkohol-, Nikotin-, Drogen- oder Spielsüchtigen trifft, ihn kennenlernt und auf persönliche Ebene mit ihm spricht, weiß wie, je nach Gemüt, sie schnoddrig oder heftig, selten nachdenklich, auf den Hinweis des Umsteuern, oder dem nach Abstinenz, reagieren. Letztlich betrifft das alle Süchtigen. Wonach auch immer.

Bei Kritik an anderen, sollte der Griff an die eigene Nase, allerdings nie vergessen werden. Wer genau beobachtet, wird dies öfter tun müssen, als ihm lieb ist.

Fast alle Regierenden, aller Nationen, befinden sich in Geiselhaft. Ihre Staaten sind von Energie abhängig. Ohne sie bräche das Gemeinwesen zusammen. So die Mehrzahl auch eifrig auf der Jagd nach Energie ist. Die wenigen Lieferländer, da Selbstversorger, hingegen auf der nach Geld. Lieferverträge werden geschlossen. Absprachen getroffen. Und weil davon jeder, wirklich jeder Bürger jedes Landes – und gern wird vergessen, Politiker sind auch Bürger – profitiert, ist es auch so schwer, davon zu lassen. Einsparung ist ungern gesehen. Weil, schädlich für die Ökonomie; weil Spaßbremse; und weil die eigene Einsparung eh wirkungslos verpufft. Verpufft, weil andere die angebotene Energie gern zusätzlich nutzen. Zumindest wenn der Preis stimmt.

Nicht zu vergessen: die negativen Folgen einer Sucht liegen ja stets in der Zukunft. Hoffentlich in ferner, denkt sich ein jeder.

Wir sind halt Süchtige.

Wer will schon auf das morgendliche Warmwasser beim waschen, duschen oder rasieren verzichten. Oder mit dem Rad möglicherweise fünfundzwanzig Kilometer zum Arbeitsplatz radeln und dann abends wieder zurück. Und das bei Wind und Wetter. Gar nicht zu reden vom Verzicht auf Vergnügungen wie Flug- und Schiffsreisen. All das ist wenig populär. Wenig erfreulich.

Also bleibt alles so, wie es ist. Heißt: nach uns die Sintflut. Egal wie viel Zerstörung wir anrichten.

Statt rechtzeitig in nachhaltige Projekte zu investieren, für eine Zeit nach dem absehbaren Ende des Kohle-, Öl- und Gaszeitalters, wurde Unmengen Energie in energiefressende Objekte gesteckt. Weil – Rendite vor Vernunft.

Ein Blick auf die Großstädte unserer Welt genügt und jeder weiß was ich meine. Gläserne Hochhäuser, Energiefresser ohnegleichen, beim Bau als auch in der Unterhaltung – im Sommer Klimaanlagen zur Abkühlung und im Winter Heizungen zur Erwärmung – sind Sinnbild der Energieverschwendung. Sind Sinnbild für die Hybris und den Unverstand.

Gelten derzeit aber nach wie vor als fortschrittlich. Als Beispiel für geniale Ingenieurkunst. Eine Kunst, die inzwischen auch im Hochhausbau auf entsprechende Kritik reagiert und hochkomplexe Installationen zur Lösung des Energieproblems verbaut. Dem Leitsatz folgend: Weiter, immer weiter mit dem Fortschritt. Getrieben von Effizienzdenken und damit, genau genommen nur von Gelderwerb. Denn Gewinne locken. Der Wunsch nach Knete, immer mehr Knete. Ohne wirklich zu wissen, wofür. Hauptsache mehr davon. Wohl um gottähnlich zu werden.

Kurzum: der Turmbau zu Babel, reloaded.

Ohne diese Auswüchse an Gier, die das übliche Geld von alters her fördert, wäre es wahrscheinlich nie zum derzeitigen Ausmaß an Energiesklaven gekommen. Verständige hätten das zu stoppen gewusst.

Da dies aber nie geschah, stehen wir da, wo wir stehen.

Was hätte diese unermessliche Energie, die so ausschweifend und – Verzeihung – hirnverbrannt verbraten wurde, alles Positives bewirken können?

Viel. Sehr viel.

Doch darüber zu sinnieren ist sinnlos, weil vergangen. Aus und vorbei.

Die Probleme nähern sich. Die wirtschaftlich abbaubaren Erdöl-, Kohle- und Gasvorräte neigen sich dem Ende zu. Rapide. Die einfach abbaubaren Lagerstätten sind bereits weitgehend geleert. Deshalb ist nun immer größerer technischer, Energie raubender und damit finanzieller Einsatz erforderlich, um die nötige Energie zum Fortbestehen des Systems, zu liefern. Alltäglich ungeheure Mengen. Mit ungeheuerlichen Eingriffen in unsere Umwelt.

Man schaue sich nur einmal Photos eines Kohletagebaus an.

Der Zeitpunkt der Offenbarung des nahen Endes des wichtigsten Suchtstoffs Erdöl, rückt immer näher. Die ersten Entzugserscheinungen sind schon spürbar. Katerstimmung macht sich breit. Katzenjammer ist nicht mehr fern. Womit sollen die Abermillionen Lastkraftwagen, PKW‘s, Motorräder, die tausenden Containerschiffe und Öltanker und all die Kerosin, Diesel- und Benzinbetriebenen Maschinen denn laufen, wenn der Stoff und die daraus hergestellten Produkte, nicht mehr ausreichend verfügbar sind?

Deshalb „just in time Lieferungen“ nicht mehr gewährleistet werden können. Lieferketten brechen.

Dann ist die die Ölheizung zu Hause, die kalt bleibt und der Wasserhahn aus dem nur kaltes Wasser läuft, politisch gesehen nur eine Petitesse.

Was wird wohl geschehen, wenn das, was nicht sein soll, nicht sein darf, wahr wird. Wenn offen und für alle sichtbar, trotz ausreichend finanzieller Mittel, nicht mehr genug Energie für alle verfügbar ist. Nicht mehr genug für die derzeitigen Bedürfnisse der Industrie und die der Bevölkerung. Was, wenn Bürger vermehrt Wohlstandverluste erleiden? Wenn offenbar wird, dass das Wirtschafts- und Finanzsystem ins Wanken gerät. Wankend, weil die fragile gesellschaftliche Stabilität, die Jahr für Jahr mehr Energie für das stetige wirtschaftliche Wachstum benötigt, nicht mehr zu sichern ist. – Und damit auch nicht mehr dieses Suchtverhalten par excellence.

Beginnt dann ein Wüten und Anklagen, wie es Abhängige, unter Entzug oft zeigen? Gefolgt von Depressionen? Irgendwann dann die Kapitulation? Oder wird es in der Verzweiflung, die Flucht in andere Süchte sein?

Wer wird in der Lage sein, das zerfallende Gemeinwesen zusammen zu halten? Mit welchen Mitteln? – Militärischen? Die Lösung im Hauen und Stechen suchend.

Was kommt nach dem Abbruch von Lieferketten, dem Sterben von Firmen, der Insolvenz ganzer Volkswirtschaften?

Wird es Selbstkritik geben? Oder doch eher Flucht in Mord und Totschlag?

Werden Lehren gezogen? Und wenn, welche?

Fortschrittsgläubige antworten mir auf meine Zweifel am Fortbestehen ausreichender Energielieferungen, gern mit dem Satz: bisher hat sich immer eine technische Lösung gefunden.

Vielleicht haben sie zu oft Star Trek geschaut. Glauben an Märchen. An so etwas wie Dilithium. An die Lösung aller Energieprobleme. Daran das alles gut ausgeht.

Schön, wäre es so.

Doch meine Zukunft würde ich nicht darauf stützen. Und darauf wetten, mit Geld, gar meiner Existenz, erst recht nicht.

Aber es gäbe doch noch die nachhaltige und grüne Energiegewinnung. Die „Erneuerbaren“ wird dann gern noch nachgeschoben.

Dazu nur soviel. Die sogenannten erneuerbaren Energien schaffen es derzeit, bestenfalls 15 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs zu decken. Etwa zwanzig Prozent, wenn die glühende Abfälle schaffende Kernkraft, mit hinzugerechnet wird.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/167998/umfrage/weltweiter-energiemix-nach-energietraeger/

Und das eh nur unter Zuhilfenahme der fossilen Energien.

Denn wie sonst sollten die tonnenschweren und unförmigen, ausladenden Windflügel an ihren Bestimmungsort gelangen? Mit welcher Energie werden die dafür nötigen Straßen gebaut?

Was treibt die vielen, vielen Betonmischer beim Erstellen von Kernkraftwerken an? Und wieder die Frage: mit welcher Energie wird der extrem energieaufwendig zu produzierende Zement, Hauptbestandteil des Betons, denn produziert?

Wie verhält es sich mit der Fabrikation von Solarzellen? Alle nachhaltig produziert? – Das ich nicht lache.

Fazit: Selbst bei vermehrtem Ausbau, zu wenig, um ein weiter so sicherzustellen. Außerdem – mit welcher zusätzlich verfügbaren Energie?

Nun denn. Wie schlimm wird es?

Schlimm, sehr schlimm für die, die weiterhin Augen und Ohren verschlossen halten. Der Entzug wird sie hart treffen. Unvorbereitet. Ohne Drehbuch dafür.

Werden sie den Politikern, die Rettung versprechen, blind folgen? – Ja wahrscheinlich. Eher vermutlich, als zu kapitulieren. Denn Suchtstrukturen sind zäh.

Heißt: ein Freibrief für allerlei politische Zumutungen.

Wilde Zeiten voraus.

Was uns erwartet ist ja eigentlich bekannt. Vergangene Krisen und Abstürze werfen ihre Schatten voraus.

Venezuela lässt grüßen. Die Bevölkerung verarmt, obwohl sie auf gigantischen Ölreserven lebt. Nur leider, leider zu aufwendig im Abbau und der Aufbereitung. Doch vielleicht ändert sich das ja jetzt, im Zuge hoher Ölpreise.

Falls sie anhalten. Falls. Denn daran gibt es durchaus begründete Zweifel. Der Absturz der Ölpreise nach Ausbruch der Finanzkrise 2008, ist vielen ja noch in guter, manchen auch, in schlechter Erinnerung.

Wie auch immer. Diesmal werden nicht nur einzelne Länder vom Zusammenbruch bedroht sein, sondern, bis auf ganz wenige, im Vergleich zu anderen, eher unterentwickelte – alle.

Und leiden daran werden, wie üblich, zuerst die Ärmsten. Und wer genau hinschaut, sieht das bereits auch.

Kein Rettungsboot in Sicht. Keine sichere Heimstatt. Auch nicht für diejenigen, die glauben, in abgelegenen Bunkern, abgelegener Staaten, die Krisenzeit zu überstehen.

Heutzutage, in Zeiten elektronischer Überwachung, gibt es eh kaum noch unberührte Flecken. Und wer garantiert, das dort keine Ausläufer der Unruhen spürbar werden.

Einheimische in Not, werden wissen wohin sie sich dann wenden können. Wissen, wo es vermutlich Medikamente und Lebensmittel gibt. Denn Bunkerbauten entstehen nie unbemerkt.

Ob eine Flucht aufs Meer, mit Segelyacht und Familie sinnvoll wäre, vermag ich nicht einzuschätzen. Jeder Landgang wäre dann ein „Abenteuer“.

Merkwürdig nur, das viele Menschen, besonders jene, die als erfolgreich gelten, eher an Flucht, als an eine Änderung ihres Lebensstils denken. Statt daran, gemeinsam mit anderen, die offenen Auges durchs Leben wandeln, nach gangbaren Wegen zu suchen. Selbst wenn sie schmerzvoll sind.

Vermeidungsverhalten bis zum Untergang.

Deshalb mag es auch so sein, das die Corona-Krise politisch, seitens der sie stützenden Eliten, gewollt ist. Und nach der Devise: lasse keine „gute“ Möglichkeit ungenutzt verstreichen, auch der Ukraine Krieg.

Der so vermessen wirkende Aggressor – als Sündenbock, eine Topbesetzung.

Ist das zynisch? Ohne jeden Zweifel. Es wendet jedenfalls den öffentlichen Blick vom drohenden Energiemangel ab und sorgt gleichzeitig für weniger Verbrauch und Argumente für Einsparungen, für Verzicht. Und viele Bürger folgen. Sogar Rufe nach mehr, mehr davon werden laut.

Nun denn. Vollzug verkündet. Die weltweit nötige Energie ist seitdem gesunken. Besonders der Anteil des Erdöls. Die Preise für daraus hergestellte Produkte sind jedoch enorm gestiegen. Ein Blick auf die Tankstellenanzeigen genügt.

https://energiestatistik.enerdata.net/gesamtenergie/welt-verbrauch-statistik.html

Die in den letzten Jahren arg gebeutelten Ölkonzerne sagen Dank. Alle anderen Industrie- und Handelsunternehmen murren. Werden versuchen, die Mehrkosten auf den eh schon zusätzlich belasteten Endverbraucher abzuwälzen. Was letztlich wohl, das für den Systemerhalt so immens wichtige Wirtschaftswachstum abstürzen lässt. Ein Sturz der, mit allerfeinster Aussagenakrobatik, mitten hinein in das „negative Wachstum“ führt. Vielerorts vermutlich hinein in eine, ich trau es mich ja kaum deutlich zu sagen, in eine Rezession. Eine, die sich gewaschen hat. Und die sich, der Komplexität des Welthandels wegen, leicht zur weltweiten Depression ausweiten könnte.

Und wieder ein Sprichwort, das es auf den Punkt bringt: „Vorn klafft der Abgrund, hinten lauern die Wölfe.“

Kein Ausweg in Sicht.

Statt weiterhin ziellos in unruhigen Gewässern zu kreuzen, wird nun allseits, mutig wie weiland Odysseus, direkt Kurs auf Skylla und Charybdis gesetzt. Das Angstlevel steigt. Und damit die Bereitschaft und falls nötig, die Erpressbarkeit zu Energieeinsparungen. Als auch für die Zahlung höherer Energiepreise. Auch so lässt sich das System stabilisieren.

Doch für wie lange?

Verzweifelte Taten, verzweifelte Maßnahmen, in verzweifelter Situation.

An Zufall mag ich nicht glauben. Zu orchestriert seitens der großen Medienkonzerne. Oft im Eigentum derjenigen, die vom bestehenden System übermäßig profitieren und wichtiger Teil der Eliten sind.

Holla. Das in den letzten Absätzen Genannte lässt sich ja wunderbar in das Mäntelchen, mit dem Namen Verschwörungstheorie kleiden. Ein Kleidungsstück das ungern, wirklich ungern, von den in der Theorie Erwähnten, in der Öffentlichkeit gesehen wird.

Dem Träger, wenn prominent, winkt, wenn er der Wahrheit zu nahe kommt, der Bann aus der „renommierten“ medialen Öffentlichkeit. Bestenfalls. Wenn nicht gar die rechtliche Überprüfung, oder, auch das hat es schon gegeben, die Verbringung in psychiatrische Hände. Die möglichst still und leise dafür Sorge tragen sollen, das das anrüchige Kleidungsstück zukünftig nicht mehr öffentlich getragen wird. Manch Träger knickt dann, angesichts der Zumutungen, doch ein.

Mag sein, erst dann, wenn berufliche Existenzvernichtung droht oder nur noch der Weg ins „liberalere“ Ausland bleibt. – Ins Exil. Doch wohin, wenn überall das gleiche Spiel gespielt wird?

Mächte hatten im Laufe der menschlichen Geschichte schon immer ihre „speziellen und sehr feinen“ Methoden, Loyalität einzufordern.

Heutzutage können wir uns glücklich schätzen, das der Scheiterhaufen nur mehr virtuell brennt.

Was bleibt – ist das Prinzip Hoffnung.

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