Es rechnet sich nicht
Es rechnet sich nicht

Es rechnet sich nicht

Es dürfte wohl kaum einen Geschäftsmann geben, dem diese Floskel noch nie über die Lippen ging. Denn Geschäfte, die keinen oder nur einen sehr geringen Ertrag versprechen, sind für die meisten Geschäftsleute kein Business. Es gilt: ohne Moos nix los. – Verständlicherweise.

Doch unverständlich wird es, wenn diese Binsenweisheit ausgerechnet dann angeführt wird, wenn es um die Einführung von Minuszinsen geht.

Von Irrsinn ist da die Rede. Von Fehlallokation des Kapitals. So, als sei eine positive Rendite ein Naturgesetz. – Was es nicht ist.

Der Spieß lässt sich auch umdrehen. Sind nicht viele der angeblich so ertragreichen Geschäfte nicht ihrerseits eine Fehlallokation des Kapitals, die nur deshalb nicht als solche gesehen wird, da die wirklichen Kosten in ferner Zukunft liegen.

Atomkraftwerke, Geoengeenering und der Bergbau um nur einmal drei Beispiele zu nennen.

Wobei bei Letztgenanntem die Ewigkeitskosten des Ruhrgebietsbergbaus doch eigentlich Warnung genug sein sollten, nicht vorschnell zu urteilen.

https://www.spektrum.de/news/ewigkeitskosten-wasser-pumpen-bis-in-alle-ewigkeit-spektrum-de/1222444

Es sind Kosten die letztlich am Steuerzahler hängen bleiben, wie der Atomausstieg mal wieder eindrucksvoll gezeigt hat.

Investitionen, die den Zeitrahmen von 10 Jahren überschreiten, sind den meisten Unternehmen eh ein Gräuel. Denn ein solch langer Blick in die Zukunft ist einfach zu unberechenbar. Ist geschäftlich gesehen unattraktiv. Zu viele Unwägbarkeiten.

Investitionen sollen schnellstmöglich Rendite erbringen. Dauerhaft. Gern von Beginn an. Und möglichst in zweistelliger Höhe.

Ein ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank gab 25% jährliche Eigenkapitalrendite als Leitwert aus.

https://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/die-wahrheit-ueber-die-mega-rendite-josef-ackermann_id_2224126.html

https://sevdesk.de/lexikon/eigenkapitalrentabilitaet/

Dieses Denken, diese unselige Fixierung auf Erträge ist die Folge des positiven Zinsfußes. Der einen regelrechten Kult etabliert hat. Den Renditekult.

Ein Kult der sich unanfechtbar gibt. Von Naturgesetzlichkeit der Zinsen schwafelt. Von der Logik des Geldverdienens spricht. Einer Logik, der sich alle Menschen unterzuordnen hätten, da sich sonst Faulheit und Armut breitmache.

Nun, wer solchen Aussagen zustimmt ist dem Kult bereits verfallen. Einem Unmenschlichen und Zerstörerischen.

Ist Satansjünger.

Als ob der Mensch nur einzig deshalb arbeitet um ansehnliche Gewinne zu erzielen. Sich Tag für Tag nur deshalb aus dem Bett erhebt um Reichtum zu schaffen.

Wie armselig im Geiste, wer dem zustimmt. Von der Abwesenheit der göttlich verliehenen Seele erst gar nicht zu reden, deren Existenz bei einer solchen Stellungnahme wohl verleugnet werden muss.

Was ist das für ein merkwürdiges Menschenbild das diesem Denken zugrunde liegt? Ist es Hybris? Oder etwa nur die Suche nach dem Glück? Nach Erfüllung von Wünschen? Die nie enden. – Buddhisten wissen das.

Die wirklich wichtigen Fragen, die es zu stellen gilt, sind doch:

Was treibt uns Menschen an? Welcher Sinn steckt im Leben?

https://www.sinnforschung.org/wp-content/uploads/2014/05/GEO_Sinnfrage.pdf 8 Seiten

Allein diese beiden Fragen zu stellen setzt schon den Kontrapunkt zum Streben nach Reichtum, dem nach viel, viel Geld. Wer diese Fragen stellt ist auf der Suche. Weiß das Geld nützlich ist aber weder in der Lage ist Liebe noch Loyalität zu erwerben, noch Zufriedenheit schenken kann. Denn wäre dem so, wären die Reichen nicht ständig auf dem Trip, noch mehr Reichtum anzuhäufen. Nie sind sie zufrieden. Nie reicht das Angehäufte. Und immer bleibt der Zweifel, ob ihnen echte Liebe entgegengebracht wird.

Was für ein trostloses Dasein.

Und nicht einmal bei Gott ist Trost zu finden.

Die Armen sollten die Reichen wirklich bedauern (Ironie aus).

Statt die Effizienz von Prozessen, zur Gewinnmaximierung auf die Spitze zu treiben, könnte das gerechte Geld dafür sorgen das die menschliche Kreativität, die Lust am ausprobieren, der Spaß am Tun im Vordergrund stehen. Die Lebensfreude als Motivation. Ungeahnte Kräfte würden frei.

Nischen für die sonderlichsten Waren und Dienstleistungen könnten entstehen. Eine nie gekannte Vielfalt sich zeigen. Getreu dem Wahlspruch: Leben und Leben lassen.

Ungeliebte Jobs würden wegen Personalmangels vermutlich besser entlohnt. Andere, heute begehrte, möglicherweise stark abgewertet. Die Entlohnung mittels Geld wäre dann nicht mehr das beinahe alleinige Merkmal von Erfolg. Kunst und Kultur würde sicher florieren.

Ein gesellschaftlicher Umbruch wäre die Folge. Doch keiner, der mit Ängsten verbunden sein müsste. Im Gegenteil. Wer viel arbeiten möchte um materielle Sicherheiten zu erwerben, dem wird sicher kein Stein in den Weg gelegt. Ebenso wenig wie dem, der abenteuerlustig in neue Projekte investiert.

Das es auch anders geht, muss doch ein furchteinflößender Gedanke für all die Satansjünger sein, die sich auf Vorstandsetagen und in Regierungsämtern breit gemacht haben. Die wie ihre Vorbilder, die Superreichen, den verführerischen Klängen des Zinsgeldes folgen. Einem Konstrukt, das ungeahnten Reichtum und beinahe unbegrenzte Macht verleiht.

Was tun, um diese Gefahr abzuwenden – mag der Zinsfreund nun denken?

Ja, was wohl, das was die Anhänger des Zinsgeldes schon immer taten.

Angst und Schrecken verbreiten. Kriege initiieren. Volkswirtschaftliche Krisen. Gern auch Deflationen oder Inflationen auslösen. Und neuerdings, die Menschen aller Völker mit ausgefeilten psychologischen Tricks täuschen. Das was sie in den letzten Jahrzehnten mit zunehmendem Erfolg erlernt haben und nun beinahe in Perfektion beherrschen. Das Manipulieren.

Das Ziel: das Beherrschen.

Und nur darum geht es. Ums herrschen.

Deshalb auch der derzeitige Kampf um die Deutungshoheit in Wissenschaft, Politik und Medien.

Kritik am System ist unerwünscht. Wird als defätistisch gebrandmarkt. Als Rebellentum. Den gesellschaftlichen Zusammenhalt zerstörend.

Oh. – Wie war das noch; warum wurde Jesus ans Kreuz geschlagen?

Zweitausend Jahre Menschheitsgeschichte – und noch immer die gleiche Problematik – doch perfidere Strategien.

Was für ein Fortschritt.

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