Opus Caementitium
Opus Caementitium

Opus Caementitium

Nicht das es mir an Themen mangeln würde, die nach Besprechung verlangen. Nein, nein.

Nur diesmal fiel es mir schwer, dem ursprünglichen Themenplan zu folgen. Immer wenn ich ihn umsetzen, mit dem Schreiben beginnen wollte, sträubte sich etwas in mir. Und das, obwohl da schon ein Gutteil der Recherche, hinter mir lag.

Nun gut. Die getane Arbeit war nicht umsonst. Das Thema ist nach wie vor aktuell. Und wird es aller Voraussicht auch bleiben. Und da, davon bin ich zutiefst überzeugt, eh alles miteinander verknüpft ist, ist es für mich auch völlig in Ordnung, mich erst einmal einem anderen Thema zuzuwenden.

Noch dazu: gegen innere Widerstände anzugehen kostet nur unnötige Kraft; ist hinderlich; stört den Flow, den inneren Einklang, den das Schreiben bei mir gern hervorruft. – Eine, wenn es geschieht, wahrlich berückende Belohnung für die Mühe.

Wobei nicht Flow das aktuelle Thema sein wird, so interessant es auch ist, – doch was nicht ist, wird sicher noch werden. Der Themenplanung ist es jedenfalls hinzugefügt.

Aufhänger diesmal: all die vielen Medienberichte zum Jahrestag der Ahrflut. Und zwar in Verbindung mit den aktuellen Beiträgen zur angeblich nötigen Energieersparnis.

Ersparnisse, die anscheinend immer, immer mit dem Verlust an Wohlstand, an „Lebensqualität“ einher zu gehen scheinen.

Muss das sein? – Nein. Denn es gibt durchaus Projekte und Maßnahmen zur Energieersparnis, die, die Lebensqualität spürbar verbessern.

Schauen wir uns doch erst einmal unsere Grundbedürfnisse an. Neben Essen und Bekleidung gehört sicherlich auch das Wohnen dazu. Ein Ort, an dem üblicherweise Sicherheit und Geborgenheit gegeben ist. Eine Art Nest, das vor den schlimmsten Unbilden schützt. Da ähneln wir unseren tierischen Verwandten, die nicht umsonst derartige Unterkünfte errichten. Und hie wie da gibt es sehr schlechte, schlechte, gute, sehr gute und beinahe ideale Voraussetzungen.

Ohne Schutzmaßnahmen an einem Fluss zu siedeln, der bekanntermaßen immer mal wieder über die Ufer tritt, ist nun wahrlich keine ideale Grundlage. Nicht einmal annähernd. Sie ist suboptimal, um es technisch zu formulieren.

Da ich selbst in einem solchen Gebiet lebe, allerdings mit Schutzmaßnahmen (Hochwasserdamm), weiß ich wovon rede. Ohne diesen Schutz hätte ich nie die jetzige Wohnung bezogen. Das Risiko, bei einem Hochwasser, ein Gutteil der Besitztümer zu verlieren, wäre mir zu groß.

Doch ich verstehe jene, die auch nach einem solchen Erlebnis, an Neuaufbau an fast gleicher Stelle denken. Das siedeln in Flusslandschaften ist begehrt. Besonders die Wohnlagen mit direktem Blick auf den Fluss. Sie werden nicht selten durchaus großzügig entlohnt. Denn sie bieten das, was sich gemeinhin Lebensqualität nennt.

Naturnähe. Nähe zum Wasser. Nähe zu Enten, Schwänen, Fischen. Und ganz wichtig für alle stressgeplagten Großstädter: Entschleunigung. Durch langsamen Schiffsverkehr. Durch Wander- und Radwege. Was Zeit bietet zum Grüßen. – Hie und da ein Schwätzchen mit einem Hundeausführer. Mit einem Spaziergänger.

Wiegt all das den Sicherheitsaspekt auf? Bei dem einen ja, bei dem anderen nein. So sind wir Menschen nun mal. – Unterschiedlich.

Doch durch die extrem schnell ablaufenden klimatischen Änderungen verschiebt sich die Entscheidung zunehmend zu Ungunst der Profraktion. Zu existenzbedrohend die gigantischen Wassermassen, die bei Starkregenfall herniedergehen.

Also, was tun?

Raus aus der Tallage – mein Vorschlag. Hierzulande sind viele Flüsse in Hügellandschaften eingebettet. Also warum nicht in der Hanglage bauen?

Und wenn, dann gleich auch noch sicher vor Naturgewalten. Und nicht zu vergessen, energiesparend.

Wie denn? – Na so.

https://www.americanexpress.com/de-de/amexcited/explore-all/design/das-erdhuegelhaus-stylish-nachhaltig-und-natuerlich-mit-erde-bauen-6772

https://www.welt.de/finanzen/immobilien/article153482644/Der-Traum-vom-Wohnen-unter-der-Erde.html

Ans Herz gelegt jedem Winzer des Ahrtals, dem die Flut des letzten Jahres den Betrieb oder das Wohnhaus weggespült hat und der neu bauen muss.

Warum nicht inmitten eines Weinbergs siedeln? Landschaftlich angepasst, mit Gemüsebeet und mit Blick ins Tal erlaubender Sitzecke, auf dem mit Erde aufgeschütteten Dach.

Dazu in den Hang gebauten Gästezimmern im Hobbitstil. Wie es ein Thüringer Hotelier, in den links beschrieben, erfolgreich praktiziert.

Vielleicht ändert sich dann auch die persönliche Sicht auf den Einsatz von Pestiziden und auch der Verbleib in der weinbaulichen Monokultur. Denn ein Schritt führt oft zum nächsten.

Jedenfalls wären Überschwemmungen dann kein Thema mehr.

Genauso wenig wie Stürme, die das Dach abdecken.

Selbst einem Tornado – und die werden allem Anschein nach durchaus häufiger – sollte ein solcher Bau widerstehen.

Also Gründe genug um Widerstände der Genehmigungsbehörden schwinden zu lassen. Nötigenfalls hilft ein Hinweis auf die Sonntagsreden von Politikern, die Veränderung der Besiedelung in Flussgebieten fordern. Da sollten sie beim Wort genommen werden.

Und energiesparend ist so ein Bau noch dazu. Kein geringes Argument derzeit. Die Erdschichten isolieren bestens. Im Sommer kühl und im Winter nur wenig heizen nötig.

Wie das Heizen besonders kostengünstig und ressourcensparend und mit hohem Wirkungsgrad funktioniert, dazu in einem künftigen Beitrag mehr.

„Erdhügelhäuser bringen viele Vorteile mit sich. Beim Bau und auch bei der späteren Nutzung werden Ressourcen geschont. Die Innenraumgestaltung ist frei. Die Dachbedeckung muss kaum gewartet werden, da es keine Verschleißelemente wie Dachziegel gibt. Die Erdschichten rund ums Haus speichern Wasser und dienen so dem Hochwasserschutz. Im Haus herrscht eine gesunde Raumfeuchte von 50 Prozent. Zugluft ist aufgrund der Bauweise kein Thema. Dem gegenüber stehen rund zehn Prozent höhere Baukosten im Vergleich zu einer herkömmlichen Immobilie.“

Ein Auszug aus dem link von americanexpress/amexcited

Das sich die Baukosten auch reduzieren lassen, soll nicht unerwähnt bleiben. Erdarbeiten lassen sich durchaus eigenständig durchführen. Lehmarbeiten ebenso.

Und möglicherweise ließen sich aufwendige, dem Schutz vor Feuchtigkeit dienende Isoliermaßnahmen vermeiden, wenn „Römischer Zement“ verbaut würde.

Und – nicht zu verachten, er ermöglicht den Erhalt der Bausubstanz, selbst über Jahrhunderte.

Ob unsere Bau-, Baustoff- und Zementindustrie, nicht zu vergessen die Dachdecker, daran Gefallen fänden, darf zurecht bezweifelt werden.

https://www.welt.de/geschichte/article166474367/Warum-der-Beton-der-Roemer-haltbarer-war-als-moderner.html

https://www.daserste.de/information/wissen-kultur/w-wie-wissen/roemer-zement-100.html

https://www.youtube.com/watch?v=UG_UX0cQ1UI

https://de.wikipedia.org/wiki/Römerbrücke_(Trier)

Dem Wikipedia-Beitrag ist zu entnehmen, dass beim Bau der Trierer Römerbrücke, in den ersten Jahrhunderten neuer Zeitrechnung, die alten Brückenpfeiler, die noch immer das Gewicht der Brücke tragen, unter Zuhilfenahme von vulkanischem Gestein aus der Nähe von Andernach am Rhein gebaut wurden.

Die nun zwangsläufige Frage: Mit welchem Baustoff haben die römischen Brückenbaumeister die Pfeiler wohl gebaut? Doch wohl eindeutig mit „Opus Caementitium“.

Jedenfalls, und das steht außer Frage, nicht mit so etwas, wie unserem heutigen Beton. Denn dann gäbe es diese Pfeiler schlicht nicht mehr. Schon lange nicht mehr.

Nun denn. Ein Erdhügelhaus mit diesem uralten Baustoff erstellen, für einen mutigen Bauherrn und dessen neugierigen Architekten, gewiss eine Herausforderung.

Beispiel macht Schule. Ob der Vorteile, fänden sich sicher auch bald Nachahmer.

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