Sonnenwärme aus dem Holz
Sonnenwärme aus dem Holz

Sonnenwärme aus dem Holz

Der folgende Artikel von ntv ist ein guter Einstieg in den heutigen Beitrag.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Steigende-Gaspreise-Hersteller-melden-Ansturm-auf-Holzoefen-article23435518.html

Ansturm auf Holzöfen?

Es gab einmal, nur wenige Jahrzehnte ist es her, ältere Semester können sich sicher noch daran erinnern, eine Zeit, in der Holzöfen als altbacken, schmutzig und platzraubend galten und deshalb freudig herausgerissen oder einfach anstandslos entfernt wurden.

Weil das Zukunftsversprechen des Heizens, eines der Sauberkeit und der Mühelosigkeit war.

Hieß: kein stapeln von Holz mehr unter dem Dachvorsprung. Kein mühsames hereintragen. Kein Fegen des Brennraumes. – Und die Frage: verdammt – wohin mit der Asche?, bedurfte auch keiner Antwort mehr.

Also alles gut?

Von wegen. Wie üblich gab es innerhalb des Volkes, in der Zahl ein durchaus ansehnliches, uneinsichtiges Völkchen, das sich von all dem Alten, dem Überlieferten einfach nicht trennen wollte. Sie mochten das Züngeln der Flammen. Die anheimelnde Wärme, die daraus hervorging. Das gelegentliche Knistern des Holzes. Manchmal gar den Knall, wenn ein Scheit brach.

Gut, die meisten Uneinsichtigen arrangierten sich über die Jahre mit den neuen Angeboten. Behielten allerdings ihren Holzofen. Selbst, wenn gesetzliche Vorgaben, wie Feinstaubverordnung oder anderweitige Schornsteinfegervorgaben, Kosten verursachten. Gar eine Neuanschaffung nötig machten.

Denn zum Holzfeuer zog es Menschen schon immer hin. Es übt einen Zauber aus. Das Tänzeln der Flammen, das sich stetig verändernde Lichtspiel und dazu auch noch die angenehme Wärme.

Und sicherlich hat es schon immer Menschen gegeben, die diese Wärme des Feuers fangen, zeitlich verlängern und im Verbrauch des Brennstoffs optimieren wollten.

Solche Bemühungen müssen es gewesen sein, die den Grundofen hervorgebracht haben. Dem, wohl unbestritten die Krone der Holzöfen zusteht.

Einmal wegen des außergewöhnlichen Wirkungsgrades. 90 Prozent sind bei einer Spitzenkonstruktion eines Ofenbauers durchaus erreichbar.

Kein anderes Ofenmodell, egal um welchen Brenner, egal um welchen Brennstoffs es sich auch handelt, kann da mithalten.

Auch gibt es keine vergleichbare Ofenkonstruktion, die die Wärme derart sonnenähnlich verbreitet.

Und auch die Feinstaubwerte finden sich eher im unteren Bereich des Erlaubten. Können durch Feinstaubfilter auch noch weiter reduziert werden.

https://www.ofen.de/wissenscenter/infothek/verordnungen-und-gesetze/grundofen-feinstaub

Warum ist das so?

Einmal die Konstruktionsweise. Die Ofenbauer reden von Zügen. Die Abwärme des Feuers wird auf dem Weg zum Kamin, durch Wärme aufnehmende Baustoffe geleitet. Meist durch Schamottsteine und Lehm. Die diese Wärme dann über einen längeren Zeitraum wieder an ihre Umgebung abgeben.

Und, nicht zu vergessen, die baubedingt hohe Betriebstemperatur.

Das sind kurz gesagt, die wichtigsten Geheimnisse des Grundofens.

Über Lehm und dessen vielfältige Nutzbarkeit als Baustoff im Haus ließe sich noch vieles sagen. Dazu in nicht allzu ferner Zukunft in einem eigenen Beitrag mehr.

Nun einige gute einführende Infolinks zum Thema Grundofen:

https://heizung.de/holzheizung/wissen/grundofen-preise-fuer-material-und-montage/

Wer mag kann die Warmwasserversorgung auch mit einem Grundofen koppeln.

Wer noch Sonnenkollektoren aufs Dach setzt und mit der Warmwasserversorgung verbindet, ist im Alltag schon gut gerüstet. Und kann den Gaswerken oder den Ölkonzernen eine lange Nase drehen.

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/erneuerbare-energien/solarthermie-solarenergie-fuer-heizung-und-warmwasser-nutzen-5568

https://kachelofenbau-seiffert.de/lehmofenbau.html

Nicht zu vergessen.

Ein handwerklich begabter Leser, mit Zeit und Ausdauer, kann einen Grundofen auch selbst bauen.

https://grundofen-selbstbauen.de/

Anregungen können ja nicht schaden. Deshalb noch einige Beispiele für gelungene Grundöfen aus Lehm.

https://docplayer.org/79647280-Fotoausstellung-erde-und-feuer-zwei-elemente-grundoefen-aus-lehm-7-mai-23-juli-2010-lehmmuseum-gnevsdorf.html

Für diejenigen, die etwas Zeit mitbringen und sich praktisch inspirieren lassen wollen, zum Ausklang noch ein Video des SWR- Fernsehens. Es beinhaltet den Aufbau eines komplexen Holzofens. Und zwar von professionellen Ofenbauern ausgeführt.

Und gegen Ende noch einmal ein Artikel von ntv. Ein Interview mit einem Ofenbauer.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Wir-koennen-nicht-nur-mit-Holz-heizen-article23446233.html

Dessen Schlusswort: „Was man aber natürlich auch fairerweise sagen muss: Wir können in Deutschland nicht nur mit Holz heizen. Das geht natürlich nicht.“

Sagt ein Ofenbauer. Sagt aber nicht womit geheizt werden soll.

Interessant wäre es schon, einmal auszurechnen, wie viele Haushalte in Deutschland, mit hiesigem nachwachsendem Holz alljährlich beheizt werden könnten, wenn sie denn einen an dem Brennmittel Holz äußerst sparsamen Lehmgrundofen verwendeten. Statt der vielen Energie verschleudernden Kaminöfen, die vermutlich mehr Wärme aus dem Schornstein blasen, als in der Wohnung oder dem Haus zu verteilen.

Doch vielleicht erledigt sich das Problem ja zu einem Gutteil selbst. Indem die Winter hierzulande, durch die Erwärmung der Atmosphäre, dem CO2 sei Dank (hüstel), ihren Schrecken verlieren. Und der Deutsche sich mehr und mehr südeuropäisiert und auf eine Heizung in Wohnung oder Haus verzichtet.

Die Wolldeckenfabrikanten wird es freuen.

Wo eine zukünftige Gesellschaft, nach dem Abschied vom fossilen Zeitalter, allerdings die Energie zur sonstigen Befriedigung der Grundbedürfnisse der Menschen hernehmen will, sollte eigentlich schon heute diskutiert werden. – Um gewappnet zu sein.

Denn zeitlich allzu weit entfernt ist eine derartige Zukunft nicht mehr.

Und wer glaubt, es gäbe eine hoch technische Gesellschaft, die dem jetzigen, schon in der Krise befindlichen fossilen Zeitalter folgt, ist ein Träumer. Verkennt die ungeheuren Triebkräfte von Öl, Gas und Kohle.

Und auch die vielen negativen Folgen der Technisierung.

Ein erneuter Blick in das im Beitrag „Saft – mehr Saft bitte“ verlinkte Comic „Energiesklaven“, schafft darüber Klarheit.

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