Skandal im Vatikan
Skandal im Vatikan

Skandal im Vatikan

Na, ob mit dieser Überschrift Leser zu gewinnen sind? – Vatikan ohne Skandal, wäre wohl eher als Teaser geeignet.

In all den Jahrhunderten Papstgeschichte, Skandal um Skandal. Alles wurde dabei abgegrast. Korruption. Bestechlichkeit. Nepotismus, Erpressung. Meineid. Anzettelung von Kriegen. Kriegsverbrechen. Raub. Ehebruch. Sodomie. – Und so weiter und so fort.

Nichts an Schandtaten haben die Päpste und Kardinäle während ihrer beinahe zwei Jahrtausende langen Herrschaft ausgelassen.

Wer sich kundig machen will, kann sich bei Karlheinz Deschners „Kriminalgeschichte des Christentums“, bedienen.

Doch eines muss den Kirchenoberen zugutegehalten werden. Neunzehn Jahrhunderte lang galt die Zinsnahme regelrecht als Todsünde. Da eng mit der Gier in Verbindung stehend.

Dokumentarfilm: Gier – ein verhängnisvolles Verlangen

https://www.dw.com/de/gier/s-32890

Das Schlusswort des Films: „Nur wenn der Mensch das Eis in seinem Herzen schmilzt, hat er die Chance, sich zu ändern und sein Wissen, weise zu gebrauchen.“

Wer es glaubt, wird selig. Aber die Hoffnung stirbt nicht. Zumindest nicht im angeblichen Bollwerk des Glaubens. – So heißt es.

Doch wie sind die Päpste und Kardinäle vom Weg abgekommen? Nun ja – kurz gesagt, nach Aufkommen der modernen Geldwirtschaft mit Fugger und Konsorten, und den sich daraus ergebenden Sachzwängen, sahen sie sich außerstande, weiter Widerstand gegen das Zinsgeld zu leisten. Es mangelte ihnen in der Diskussion, mit zeitgenössischen Ökonomen, an schlagkräftigen Argumenten. – So erzählt man sich.

Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts hat sich „Die Katholische Kirche“ dann, um sich nicht gänzlich aus der ökonomischen Diskussion auszuschließen, vom strikten Zinsverbot verabschiedet. Und hielt nur noch das Verbot des Wuchers aufrecht. Gemeint ist damit, der sogenannte „übermäßige“ Zins.

Und es gab auch gleich praktische Auswirkungen. Zur Nutzung der italienischen Lira als Zahlungsmittel schloss der Vatikan einen Vertrag mit dem italienischen Staat. Womit er der Zinsnahme offiziell zustimmte.

https://www.nzz.ch/meinung/zeit-ist-geld-das-revitalisierte-zinsverbot-ld.1299515

Doch lassen sie sich von all dem nicht ins Bockshorn jagen. Genau genommen war und ist die Abkehr vom Zinsverbot, die Abkehr von einem der wichtigsten biblischen Grundsätze.

Bemerkenswert, wenn all der Starrsinn und die Regeltreue bei anderen Vorschriften betrachtet wird.

Dabei gäbe es doch die Möglichkeit der bibeltreuen Auslegung. Das Wissen um die alternative Möglichkeit, den Geldumlauf aufrechtzuerhalten, steht ja zur Verfügung. Muss nur in die Tat umgesetzt werden. – Nur.

Dass dies im Prinzip funktioniert, dazu der Buchautor und Blogger Günter Hannisch.

https://www.gevestor.de/finanzwissen/oekonomie/volkswirtschaft/loesung-der-schuldenkrise-geldsysteme-ohne-zins-666970.html

Und eine weitere Quelle: Harvardprofessor Kenneth Rogoff

https://www.fundresearch.de/volkswirtschaft/die-argumente-fuer-stark-negative-zinsen.php

Nicht genug, dass die Kirchenoberen das Zinsverbot kippten – nein. Im Zuge der Einführung des Euro, mit der Herausgabe von Euros, beteiligte sich die Katholische Kirche auch an dessen Einführung. Ohne jedoch formal Mitglied der Währungsunion zu werden. Und begaben sich damit in noch umfangreichere und sie fesselnde Strukturen als bisher.

In einem genau formulierten Vertrag ist das Ganze festgehalten.

https://www.dw.com/de/der-päpstliche-euro/a-355172

https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:22010A0204(01)&from=DA

Mehr Abkehr vom Zinsverbot geht nicht. Es sei denn, das Verbot des Wuchers, des „übermäßigen“ Zinses, fällt auch noch.

Dass der Vatikan ohne Erlaubnis keine eigene Währung herausgeben kann, wurde ebenfalls vertraglich festgelegt.

Heißt: Selbst wenn der Vatikan sich dazu entschließen würde, dem biblischen Zinsverbot wieder mehr Geltung zu verschaffen, durch Einführung einer eigenen, umlaufgesicherten Währung, stünde dem doch Einiges entgegen. Nichts Unüberwindbares, aber durchaus hinderliches.

Dass die Alternative zum Zinsgeld ein Randthema ist, in der Öffentlichkeit üblicherweise nicht besprochen, geschweige denn diskutiert wird, verwundert nicht. Weltweit ist das in den Regierungen und Medienhäusern ein Nicht-Thema.

Weshalb sollte der Vatikan da eine Ausnahme sein?

Na deshalb, weil die Katholische Kirche einen Anspruch verfolgt. Der Papst als Stellvertreter Gottes auf Erden, der dessen Gesetzen Nachdruck verleiht.

Doch nichts Derartiges geschieht. Im Gegenteil. Der Vatikan weiterhin als Hüter des Zinsgeldes.

Den Vorwurf der „Satansjüngerschaft“ haben sie sich damit redlich verdient. Woran auch die Vatikanbank, die in den letzten Jahrzehnten durch ihr Tun, zahlreiche Schlagzeilen fabrizierte, ihren Anteil hat.

https://kurier.at/politik/ausland/finanzskandale-des-vatikan-was-jetzt-noch-im-argen-liegt/400415666

https://www.trend.at/wirtschaft/business/die-geschaefte-vatikan-buch-finanznetzwerk-geldwaesche-251407

Nur, es sollte nie vergessen werden.

Durch die Aufhebung des Zinsverbotes und nicht zuletzt durch die Vorgänge in der Vatikanbank zeigt sich die Abkehr von der Lehre Gottes mehr als deutlich – denn das Zinsgeld ist eindeutig nicht Gottes Wunsch. Das Gesetz des Zehnten ist da eindeutig. Eindeutig. Eindeutig.

Doch so unwahrscheinlich es derzeit auch ist, da der Geist Gottes bekanntlicher Maßen weht, wo er will – kann er sogar den Vatikan treffen.

Stellen Sie sich vor, ein junger Priesterschüler, solche soll es hierzulande vereinzelt noch geben, liest, wie Sie, hier unbedarft mit und es fällt ihm auf einmal wie Schuppen von den Augen.

Entsetzt von der vatikanischen Abkehr göttlicher Regeln stellt er im Priesterseminar kritische Fragen, denen sich andere Seminaristen anschließen, wodurch erst die Lehrenden und dann die Kirchenoberen, in Aufregung versetzt werden.

Solch unglaubliche Dinge können geschehen. Kleine Ursachen haben gelegentlich große Wirkungen. Die Weltgeschichte ist voll davon. Und auch die Geschichte des Papsttums hat Volten gesehen.

Oder lassen wir es ein orthodoxer Rabbiner sein, dem ein Licht aufgeht. Eines, das dann in orthodoxen Kreisen Israels, ein Umdenken einläutet. Mit unvorhergesehenen Folgen.

Einfach deshalb, weil Israel ein hin und hergerissenes Land ist. Zusehends zerrieben, zwischen dem Glauben an Gott und den Bedürfnissen, des nüchternen, ökonomischen Pragmatismus.

https://www.bpb.de/themen/naher-mittlerer-osten/israel/45108/die-bedeutung-der-religion-im-staat-israel/

Welch ein Signal könnte von dort für die Welt ausgehen.

Ungeahnte Diskussionen und positive Zukunftsversionen wären möglich. Eine regelrechte Aufbruchstimmung der Menschheit.

Hin zu mehr Gerechtigkeit.

Was für ein gravierender Einschnitt wäre das. Die Menschheit auf dem Weg der Befreiung von den Räubern und Ausbeutern der „Profitmaschine Zins“ und dessen Derivaten.

Ist das zu erwarten?

Wohl eher nicht.

Doch warum nicht?

Wer hält am alten, überkommenen und ungerechten Gelde fest.

Wer? Die Bürger? Die Mehrheit, der Souverän, der es in der Hand hat, Änderungen herbeizuführen?

Gäbe es eine Abstimmung. Wie würde sie ausgehen? – Ablehnend? Welchen Winkelzügen der Oberen wären wir dann wohl erlegen?

Dass sie solche anwenden würden, gewiss. Denn sie haben viel zu verlieren. Nicht nur Geld. Nein. Eine Unmenge an Macht und Einfluss.

Und diese ungeheure Macht und dieser mediale und politische Einfluss ist diesen Menschen etwas wert. Viel wert. Zur Aufrechterhaltung gewiss auch Bestechungen. Verleumdungen. Lügen. Verschwörungen. Morde.

Alles schon mal da gewesen. Zu allen Zeiten, als sie sich bedroht sahen.

Zuletzt von einer politischen Idee, die, wie sich herausstellte, keine wirkliche Bedrohung der Grundlagen ihrer Macht war. Denn die Quelle ihres Reichtums, der Zins, blieb davon weitgehend unangetastet.

Allerdings mussten sie, hie und da, dazu bereit sein, hinderliche Brücken abzubrechen.

Diese Menschen, gern im Hintergrund agierend, beinahe unsichtbar, doch allseits spürbar, konnten so ihr Spiel, in anderen Ländern weiter spielen. Und verfeinern.

Weshalb es nun auch wirklich an der Zeit für Veränderungen ist. Alle nur möglichen politischen Änderungen am ungerechten Zinssystem, sind in der Vergangenheit stets erfolglos verstrichen. Kaum etwas vom geraubten Geld ließ sich eintreiben. Im Gegenteil. Die damit ergaunerte Macht wurde gern dazu missbraucht, Steuergesetze zu umgehen.

Da ist sie wieder – die Gier.

Bewohner Israels, die sich als Volk Gottes verstehen und Einsicht in die Fehlerhaftigkeit des Zinsgeldes erlangen, könnten bei all dem vorangehen.

Oder auch bibelfeste Katholiken. Die damit dem Papst und den Kardinälen, Beine machen.

Auch spirituelle Menschen. Gottgläubige aller Konfessionen und Religionen. Friedensbewegte. Und auch all jene rührigen Geldsystemkritiker, die seit Jahrzehnten für eine andere Ökonomie trommeln, könnten sich anschließen.

Es wäre eine merkwürdige Allianz. Bestenfalls eine Strategische. Da äußerst zerbrechlich. – Zu kontrovers die politischen Ansichten. Eigentlich.

Doch – mit Verlaub. Wenn es der Menschheit dient, warum nicht?

Dennoch, vermutlich nur ein Traum. Ein Traum. Ein Traum.

Und mir schwant, der mittels des Zinsgeldes bereits weit beschrittene Weg zur Hölle auf Erden, wird stattdessen fortgesetzt. Mit all den furchtbaren Konsequenzen.

Es scheint fast so, als seien viele, allzu viele Menschen dazu bereit, sich eher von ihrer Freiheit, gar ihrem Leben, als von ihrer Geldgier, ihrem Wunsch nach Sicherheit und Reichtum, zu trennen.

Die Geschichte des Großinquisitors, von Fjodor Dostojewski, aus dem Buch die Brüder Karamasov, beleuchtet mögliche Gründe.

https://youtu.be/hmJNq1wceW8

Die dreiviertel Stunde, um der Geschichte zu lauschen, ist gut angelegte Lebenszeit.

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