Ethisches Handeln – unzeitgemäß

Ja, genau genommen war es das wohl immer. Zumindest für die Mehrheit der Weltbevölkerung.

Denn wäre es anders, gäbe es die meisten Probleme, mit der sich die Menschheit seit Jahrhunderten, nein, eigentlich seit Jahrtausenden herumschlägt, schlicht nicht. Zumindest nicht in den Ausmaßen.

Hat das Auftreten von Moses, mit dem Verkünden der Zehn Gebote, ein friedlicheres und rücksichtsvolleres Miteinander ausgelöst?

Nicht doch.

Hat die Botschaft Buddhas oder die von Jesus grundlegende Wandlungen im menschlichen Austausch bewirkt?

Auch hier, ein klares Nein.

Der Wunsch nach Veränderung war immer da, doch die Wirklichkeit stand dem im Wege, so lässt sich die Reaktion im Nachhinein zusammenfassen.

Natürlich gab es stets Menschen, die sich bemühten, ethische Regeln zu befolgen. Doch bezogen auf die Gesamtheit der Menschheit, befanden sie sich immer in der Minderheit.

Selbst der derzeitige Dalai Lama hat mit seiner menschenfreundlichen Umgangsweise zu wenig Herzen erobert, um wirkliche Veränderungen in Gang zu setzen.

Stattdessen greift immer mehr der Egoismus und die Gier nach Geld um sich.

Wer es sehen will, sieht es: Mehr und mehr lassen wir alle Vorbilder, Ideengeber und Mahner für ein ausgefülltes und bedeutsames Leben hinter uns und begehen stattdessen mit Riesenschritten den Weg in ein Zeitalter der Rücksichtslosigkeit und spirituellen Abkehr.

Geldanhäufung und möglichst viel Konsum an Waren und Dienstleistungen gelten als erstrebenswert. Ethische Bedenken oder gar ethische Richtlinien sind dem eindeutig im Wege und werden deshalb als Marotte abgetan. Selbst der Begriff Spiritualität gerät zusehends in Misskredit.

Woran auch Yogaausübende nicht ganz unschuldig sind. Auch in deren Umfeld gibt es Trends. Trends, die in den letzten Jahrzehnten den weltweiten Boom des Yoga befeuert haben.

Die neuerdings allerdings äußerst merkwürdige Blüten hervorgebracht haben.

https://www.nw.de/lifestyle/familie/21829412_Mit-Ziege-in-der-Luft-oder-nackt-Neun-verrueckte-Yoga-Trends.html

Dabei ist die Yogapraxis für den Einzelnen, als Weg hin zu einem spirituellen, meint einem bewussten und ethischen Lebensstil, ein durchaus erfolgversprechender Weg.

Der zumindest bei einem selbst Veränderung bewirkt.

Die Grundlage des gegenwärtig gelehrten Yoga beruft sich bei den meisten Traditionen auf einen Yogagelehrten namens Patanjali, der allen Schülern auf dem Weg zur „Erleuchtung“ die Befolgung eines Weges nahelegt, der acht Pfade beinhaltet. Pfade, die alle miteinander verbunden sind.

Die beiden ersten Pfade sind mit den Namen Yama und Niyama benannt.

Die Begriffe stammen aus dem Sanskrit, einer uralten Sprache, die auch als Grundlage vieler moderner Sprachen gilt.

Hier klicken, um den Inhalt von www.vergleichende-mythologie.de anzuzeigen.

Yama wird als „Enthaltung, Selbstkontrolle“ übersetzt. Niyama als „feste Regel, Notwendigkeit, Zwang, Versprechen, Gelübde oder Gebot“.

Patanjali hat dann diese zwei Begriffe weiter aufgeschlüsselt.

Die fünf Yamas sind Gebote oder Regeln, und zwar bezogen auf das Verhalten gegenüber anderen Wesen. Bei Niyama dreht es sich um das Verhalten gegenüber sich selbst.

Eine gute Zusammenfassung all dessen findet sich auf dem Blog „Lotuscrafts“.

https://www.lotuscrafts.com/blogs/blog/die-5-yamas-auf-dem-achtgliedrigen-pfad-des-yogas?srsltid=AfmBOor8V7PzSwKhcapDRtHM4aKjBsuXa9iZv9iaWbxbrTR6zBqIt34g

Die Bedeutsamkeit von Yama und Nyama kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Nicht ohne Grund hat Patanjali sie an die erste und zweite Stelle seines achtfachen Pfades gesetzt. Sie bilden die Grundlage der yogischen Lebensweise.

Wenn die fünf Yamas: Gewaltlosigkeit, Wahrhaftigkeit, Nicht-Stehlen, mit der eigenen Energie haushalten und das nicht festhalten wollen, alltäglich praktiziert wird, hat es durchaus Auswirkungen.

Kommen noch die fünf Niyamas hinzu, stellt sich der Übende damit schon eindeutig gegen die in unserer heutigen Gesellschaft vorherrschenden Übereinkünfte.

Dass das regelmäßige Praktizieren von Yoga Durchhaltevermögen verlangt und gegebenenfalls auch inneren Widerstand erzeugt, will ich nicht verschweigen.

Wessen Leben auf den yogischen Grundlagen ruht, braucht sich allerdings vor dem üblichen Opportunismus, der Gleichmacherei, der Lüge, der Gier und dem um sich greifenden Egoismus nicht fürchten.

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