Wer gegenwärtig den Wortbeiträgen der deutschen und auch der meisten europäischen Politikern lauscht, dem läuft immer öfter ein Schaudern über den Rücken.
Kriegstüchtig werden ist eines dieser Worte. Kriegstüchtig – was heißt das?
Tüchtig für den nächsten Krieg trommeln? Oder sich körperlich ertüchtigen, um, mit besserer Kraft und Ausdauer, andersdenkende Menschen anderer Völker zu erschlagen?
Möglichst tüchtig?
Hilft dabei auch Opferbereitschaft? Dem möglichen Tode mutig begegnen.
Wie sähe ein solcher Mut aus, wenn einem die Gedärme aus dem zerfetzten Bauch fallen? Wenn einem die Beine abgetrennt sind, das Blut aus den Adern strömt und jede Bewegung zur Tortur wird? Oder wenn einem durch ein Geschoss, die Sehkraft genommen wird?
Soll ich mit derartigen Detailschilderungen fortfahren?
Das ginge, wenn gewünscht, auch über mehrere Seiten.
Nochmal die Frage – wie sähe ein solcher Mut dann aus. Wimmern? Sich in die fötale Lage versetzen? Nach der Mutter schreien?
Ach, jegliche Warnungen vor einem Krieg verhallen derzeit. Mit aller politischen und medialen Macht wird, der in Augenschein genommene Kriegsgegner zum Bösewicht erklärt, zum Kriegstreiber, der keine Grenze kennt. Und auch keine respektiert. Sondern angriffslustig nach der Weltherrschaft greift.
Was für eine Farce.
Was, schauen wir uns die Gemengelage doch einmal genauer an, was soll ein Staatsgebilde, dessen Rohstoffreichtum weltweit Begierde weckt, mit den europäischen Kernländern anfangen, deren Rohstoffe weitgehend ausgebeutet sind?
Welcher Vorteil sollte sich einem derartigen Land bieten, ein Blick auf den Globus genügt, dessen Größe riesig ist und Siedlungsraum für Millionen weitere Bürger bereithält, sich mit den abgehalfterten und auf dem Abstieg befindlichen europäischen Staaten abzugeben?
Warum sollte der gewählte Staatsmann dieses Landes, die Zukunft des Staatsgebildes in einem europaweiten Krieg aufs Spiel zu setzen?
Der einzige einleuchtende Grund wäre der Schutz eigener Bürger.
Sind diese Bürger, in ihrem Leben, in Gesamteuropa denn derzeit gefährdet. Werden sie in Großbritannien, Frankreich oder Deutschland derzeit mit dem Tode bedroht?
Ja, ja ich höre sie schon, die Kriegstreiber hierzulande, wie sie hysterisch kreischen und wilde Anschuldigungen gegen mich rufen. Derartige Fragen sind nicht erlaubt. Gefährden die Kriegstüchtigkeit. Was auch immer das sein mag.
Die Vernunft ist auf dem Rückzug. Irrationalität grassiert.
Es sei denn, das Ziel europäischer Staaten besteht darin, den unvermeidlichen Abstieg wegen Rohstoffmangels zu stoppen, indem ein rohstoffreiches Land in einen Krieg verwickelt wird, um dann auf dem Schlachtfeld neue Fakten zu schaffen. Um den eigenen Wohlstand zu sichern, ihn möglichst zu vermehren. Und sei es auf Kosten anderer. Auch drückende Staatsschulden waren immer wieder Ursache.
Also nichts Neues. Gab es in der menschlichen Geschichte schon des Öfteren.
Doch wie überzeugt man die eigenen Bürger? Wer dieser Bürger zieht schon gern in den Krieg? Aus Abenteuerlust? Mag sein. Doch die vergeht meist sehr schnell.
Der 1. Weltkrieg, zu Anfang des 20. Jahrhunderts, sollte Betroffenen doch eigentlich Warnung genug sein.
Raub, Mord und Totschlag. Soll das, das Vermächtnis unserer Generation sein?