Das Öl – nach wie vor der Treibstoff des Kapitalismus

Trotz vollmundiger anders lautender Ankündigungen bleibt das Öl weiterhin die Hauptenergiequelle „moderner“ Volkswirtschaften. Ohne Ölförderung stünde die Weltwirtschaft quasi still.

Mit Schiffsdiesel betriebene Frachtschiffe würden in den Häfen festsitzen. Die weltweiten LKW-Flotten wären zum Stillstand verdammt. Flugzeuge blieben im Hangar.

Bezahlbare Alternativen: Mangelware

Augen zu und durch heißt die Devise. Noch ist ja genug Öl da.

Wie lange noch? Das ist die Frage, die sich Nachdenkliche stellen. Denn selbst der Ölförderung gegenüber positiv gestimmte Beobachter räumen ein, dass die erforderlichen Mengen an Öl, um erwünschtes Wachstum von Volkswirtschaften zu stützen, ohne massive Preissteigerungen, nicht gefördert werden dürften.

Und wie lange die bereits erschlossenen Ressourcen, die weltweiten Volkswirtschaften noch befeuern, ist ein gut gehütetes Geheimnis von Ölförderländern.

https://taz.de/Oelstaat-Saudi-Arabien/!5972671

https://www.chemie.de/lexikon/Ölfördermaximum.html

Nicht ohne Grund steigt seit Jahren die Quote an hochkomplexen und damit teuren Explorationen (Tiefseebohrungen). Was zunehmend der unkonventionellen Ölförderung (Ölschiefer, Ölsande und diverses andere) den Weg bahnte.

Verteuert sich der Ölpreis verteuern sich auch, da weltweit beinahe alle Transporte von entsprechendem Treibstoff abhängig sind, die Preise von Endprodukten. Und zwar so lange bis die Preise von Öl wegen fallender Nachfrage und der daraus folgenden Konjunkturschwäche wieder sinken.

Dieses auf und ab wird in den kommenden Jahren wohl die Ölmärkte und auch die meisten Regierungen weltweit beschäftigen.

Dass das Ende der konventionellen Ölförderung bereits eingeläutet wurde ist indes vielen Bürgern noch nicht bewusst.

„Tatsächlich stagnierte die konventionelle Ölförderung ab etwa 2005 auf einem ausgedehnten Plateau. Erst ab 2019 ging sie nachweisbar zurück. Stagnation und Rückgang wurden jedoch überdeckt durch den rasanten, von niemandem vorhergesehenen Anstieg der unkonventionellen Ölförderung in den USA – dem Fracking. Die USA, der weltweit größte Ölverbraucher, wurden durch Fracking zum größten Ölproduzenten der Welt.“

Nachzulesen hier:

https://taz.de/Energiepolitik/!5990203

Ob unkonventionelle Ölförderung das Geschäftsmodell des Kapitalismus mit seinem unentwegt wachsenden Energiehunger auf Dauer stillen kann, kann klar mit nein beantwortet werden.

Der Aufwand der Förderung wird zu groß werden. Die Kosten dürften explodieren. Mit all den negativen Folgen für von Wachstum abhängige Volkswirtschaften.

Wenn ich eine Einschätzung darüber abgeben sollte, wohin der eingeschlagene Weg führt, reicht ein Wort: Abstieg.

Nichts wird ihn aufhalten. Die Geldgier und sogenannte Sachzwänge zeichnen den Weg vor.

Als Gesamtheit werden wir Menschen, die weltweit die Ressourcen ausbeuten, damit fortfahren, bis nichts mehr davon nutzbar ist. Zumindest nicht zu einem vertretbaren Preis.

Mehr zum Thema Energie im Beitrag:

Nun denn. Zu glauben, dass das derzeit weltweit betriebene Wirtschaftsmodell, mit bald 10 Milliarden Menschen, sich mit vorwiegend alternativen Energien betreiben ließe, ist ein Wunschtraum. Der bereits jetzt platzt. Denn die Kosten sind immens.

https://blackout-news.de/aktuelles/stromnetz-am-limit-bmw-chef-zipse-und-wirtschaftsministerin-reiche-warnen-vor-kollaps

Das Erwachen daraus wird bitter.

Der Wohlstand in Industrienationen wird drastisch sinken. Der Weg dahin wird ja schon beschritten.

Wie sich das politisch auswirkt?

Das ist eine der großen Fragen.

https://www.manova.news/artikel/zeiten-der-dammerung

Mag sein, dass die eine oder andere Erfindung, die in den Tresoren von Weltfirmen schlummert, weil sie das eigene Geschäftsmodell in Frage stellt, noch Alternativen bereithält. Das wäre zu wünschen.

Darauf wetten würde ich allerdings nicht.

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