Als ich mir Anfang September den Beitrag des folgenden Links zu Gemüte nahm, stimmte ich den Schlußfolgerungen zu. Fakten lassen sich nun einmal nicht leugnen.
Und ständig ansteigende Schulden, allüberall in Europa, sind Tatsache. Also unbestreitbar.
https://www.anonymousnews.org/meinung/das-ende-des-euro-ist-nur-noch-eine-frage-der-zeit
Doch ein Einwurf: Schulden haben auf der Gegenseite immer Vermögen. Das Einmaleins der Saldenmechanik. Ein Faktum, dass gern unterschlagen wird.
Saldentechnisch ist die Weltwirtschaft ein geschlossenes System, in dem Schulden und Vermögen identisch sind. So sich auch die Verschiebungen innerhalb verschiedener Staaten erklären lassen. Genaugenommen sitzen Schuldner und Gläubiger in einem Boot. Behauptet wird allerdings meist das Gegenteil.
Wir Deutschen haben uns gern als Exportweltmeister feiern lassen, ohne dabei zu berücksichtigen, das Überschüsse erwirtschaften, entsprechende Schuldner verlangen. Das eine nicht ohne das andere.
Doch es gilt: The Winner takes it all.
https://www.youtube.com/watch?v=92cwKCU8Z5c
Haben sie gelacht, als Sie sich das Video im Kontext diese Beitrags anschauten. Nur zu. Aber letztendlich ist der Bruch zwischen Schuldner und Gläubiger ähnlich traumatisch, wie eine zu Ende gegangene persönliche Beziehung.
Der Gewinner dabei ist allerdings fast immer der Gläubiger, der die gegebenen Sicherheiten des Schuldners verwerten kann. Und wenn diese nicht ausreichen, ihn bis zur eidesstattlichen Versicherung, der Offenlegung der Vermögensverhältnisse, treiben kann. Mit oft gravierenden Folgen. Die Kreditunwürdigkeit ist dann oft nur das I-Tüpfelchen.
„Der Schuldner ist der Esel des Gläubigers“, so ein arabisches Sprichwort.
Und da ist was wahres dran. Gerichtsverfahren werden oft von dem Vermögenderen gewonnen. Gleichheit vor dem Gesetz? Pustekuchen, nur ein frommer Wunsch. Und das gilt im Privaten wie auf Staatsebene oder gar auf der Weltbühne.
Der Schuldner hat die Arschkarte. Fast immer. Katholiken machen da keine Ausnahme. Und wenn sie auch noch so oft ihr Vaterunser, mit dem Satz: „Und vergebe uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern“ herunterbeten.
Der Schuldner ist ein Hamster im Hamsterrad. Fällige Tilgung und Zinskosten treiben es an. Als auch die Angst, überhaupt erst in derartige Abhängigkeiten zu geraten. Soviel Angst.
„Seht die Vögel unter dem Himmel an: „Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.“
Angeblich glauben über eine Milliarde Menschen an diese Worte. Wo sind sie?
Auf der Gläubigerseite dürften sie nicht zu finden sein. Denn da wird fleißig gesät und in Scheunen gesammelt.
Das moderne Vehikel dazu: Geld. Und das möglichst anonym eingesetzt. Versteckt in komplizierten Unternehmensstrukturen und in irgendeiner oder mehreren Steueroasen geparkt. Die zusätzlich Freihäfen und Zollfreilager für ihre Geschäfte nutzen. Da sich dort ohne jegliche staatliche Überprüfung Sachwerte verstecken lassen. Kunst, Gold, Silber, um nur die Offensichtlichsten zu nennen.
Supranational. Und damit von Staatsgewalten fast ungreifbar.
Steuergerechtigkeit? Perdu.
Oder Gott weiß wo.
Die Geldschulden wachsen inzwischen förmlich in den Himmel. Und die Geldvermögen damit auch. Wem gehören Letztere? Wem gehören all die Firmen und privaten Konten, die in Steueroasen beheimatet sind, wem die Kunstwerke und die Bodenschätze, die in den Freihäfen und Zollfreihäfen lagern?
Wer kann darüber Auskunft geben? Ist da überhaupt jemand dazu in der Lage? Gibt es Daten darüber? Und wenn, wer hat sie?
https://www.fundresearch.de/reichtum/reichtum-weltweit-wo-die-vermoegenden-leben.php
https://www.dasinvestment.com/grafik-des-tages-so-viel-geld-gibt-es-auf-der-welt
So, so. Das waren jetzt vier unterschiedliche Beiträge zum Thema weltweites Gesamtvermögen. Gibt es Übereinstimmung? Wohl eher nicht. Aber zumindest die Einsicht, dass es um irrsinnige Summen geht, die locker den dreistelligen Billionenwert übersteigen. Und damit sind keine amerikanischen Billionen gemeint.
Wer ist also der reichste Mensch der Erde? Ist es tatsächlich Larry Ellison, wie kürzlich verlautbart wurde?
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/181482/umfrage/liste-der-top-25-milliardaere-weltweit
Wer erhebt diese Statistiken? Welche Vermögenswerte werden berücksichtigt? Gehören Kunstwerke und Land- und Immobilienbesitz dazu?
Viele Fragen, kaum Antworten. Es ist ein Dunkelfeld, das das Licht scheut.
Und um jetzt den Bogen zum eingangs erwähnten EU-Fiasko zu schlagen, bietet es sich an, die Frage zu stellen, wer denn von den derzeitigen Geschehnissen in Europa profitiert? Wer gewinnt, wer verliert? Wessen Interessen stehen im Vordergrund?
Staatsgebilde sind heutzutage oft nur noch Papiertiger, die den weltweit agierenden Konzernen und deren Eigentümern, aus Interesse am Weiterbestehen und der Angst ökonomisch abzustürzen, ein stabiles Umfeld für Investitionen bieten wollen und dabei selbst vor menschenverachtenden Entschlüssen nicht zurückschrecken.
Wie sonst lassen sich die absurd anmutenden Kriegsvorbereitungen in Europa erklären? Eines der stärksten „Verteidigungsbündnisse“ der Menschheitsgeschichte gegen einen vermeintlich unbarmherzigen und eroberungssüchtigen Potentaten, der seinem Volk, (das ihn immer wieder aufs Neue geheim wählt), unablässig Sand in die Augen streut. So die Mär.
Wer sich die Fakten anschaut, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus.
Ein Land mit einem Militärhaushalt von 197 Milliarden Dollar soll militärisch ein Militärbündnis mit dem Militärhaushalt von annähernd 1,5 Billionen Dollar herausfordern?
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/nato-ausgaben-verteidigung-faq-100.html
Selbst die Staaten der EU sind dem angeblichen Herausforderer mit einem beinahe doppelten Militärhaushalt überlegen.
Die Erzählung eines Aggressorstaates ist doch Nonsens. Kein Staatsmann, der noch alle fünf Sinne beisammen hat, wird dies wagen.
Hinzu kommt, dass die Kriegstrommeln nur in den Bündnisstaaten des Militärbündnisses erschallen. Warum wohl?
Abseits des Militärbündnisses ist der angebliche Aggressor ein hochgeachteter Staatsmann. Wie lässt sich das mit der Erzählung eines „eroberungssüchtigen Potetaten“ in Einklang bringen.
Gar nicht.
Und deshalb noch einmal die Frage: Wer profitiert von den Ereignissen? Und wessen Interessen werden da bespielt?
Das gilt es zu beantworten. Geschieht das, gibt es auch wieder Raum für alternative Sichtweisen.