Windows – eine Einladung zum Fensterln

Laut einer Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Grünen-Abgeordneten Rebecca Lenhard zahlte der Bund im Jahr 2025 481,4 Millionen Euro an den Konzern Microsoft. Und damit an einen privaten US-Konzern, der so Zugriff auf mehr oder weniger geheime Daten der Bundesrepublik Deutschland erhält.

https://www.heise.de/hintergrund/Microsoft-Abhaengigkeit-Bund-zahlt-in-einem-Jahr-fast-500-Millionen-Euro-11170931.html

Das ist so abstrus, dass es schon weh tut. Eigentlich der Wahnsinn pur.

Denn dass Microsoft den PC-Nutzer ausspioniert, ist ja nun wirklich kein Geheimnis mehr.

Klaus Meffert, Dr. DSGVO Blog: https://dr-dsgvo.de/microsoft

Seit vielen Jahren werden Daten an Microsoft gesendet, ohne dass der normale PC-Nutzer überhaupt weiß, was alles gesendet wird. Aufklärung? Nahe null.

Nicht, dass es keine Alternativen gäbe – die gibt es eigentlich immer. Warum die nicht genutzt werden, bleibt das Geheimnis der Entscheidungsträger.

Doch was ist mit den Kosten, die die Länder und Kommunen stemmen? Liegt der Gesamtbetrag dann schon oberhalb einer Milliarde? Gibt es darüber Daten? Vermutlich nicht.

Warum auch – Windows gilt inzwischen als „alternativlos“.

Die Bundesregierung hat laut eigener Antwort keine belastbaren Zahlen zu Ländern und Kommunen: Stichwort Föderalismus.

Fachkundige (z. B. Cyber Intelligence Institute, Heise, Digitalrechte) gehen aber davon aus, dass das tatsächliche Gesamtvolumen der öffentlichen Hand deutlich höher liegt – wahrscheinlich im einstelligen Milliardenbereich jährlich, wenn man Bund + Länder + Kommunen zusammennimmt.

Der Trend beim Bund allein: von 274,1 Mio. € (2023) über 347,7 Mio. € (2024) auf 481,4 Mio. € (2025) – ein Plus von 75 % in zwei Jahren.

Wobei es schon einmal einen ernsthaften Versuch gab, aus dem Windows-Monopol auszusteigen: das Münchner LiMux-Projekt.

https://www.golem.de/news/limux-die-tragische-geschichte-eines-leuchtturm-projekts-1702-126230.html

Dessen Scheitern auch auf den Mangel an Kompatibilität mit Windows-Systemen zurückzuführen war. Eine einzige Stadt gegen die monopolhafte Infrastruktur eines ganzen Landes.

Das allein Linux anzulasten, ist wohlfeil. Aber unfair. Weil Linux nach wie vor ein von Freiwilligen getragenes Projekt ist.

Würden die jährlichen bundesweiten Lizenzkosten an Microsoft (vermutlich mehr als 1 Mrd. €) stattdessen für die Entwicklung einer deutschlandweit verfügbaren Verwaltungslösung mit Linux genutzt, könnten nach der Installation alljährlich enorme Summen eingespart werden.

Und die deutschen Bürger erhielten endlich ein stabiles, zukunftsfähiges und spionagefreies IT-System.

Gibt es ernsthafte Bestrebungen in dieser Richtung?

Aktuell nein – trotz vieler Lippenbekenntnisse zu „digitaler Souveränität“ (z. B. ZenDiS, Schleswig-Holstein-Experimente mit LibreOffice/Nextcloud).

Doch echte, flächendeckende Umstiege sind nicht in Sicht.

Dazu kämen auch noch die Einsparungen bei der Anschaffung neuer Computer. Denn mit jeder neuen Windows-Version steigen die Anforderungen an die Hardware dramatisch.

Die KI Grok hat mir zu den Fragen „Was ist Windows 11 doch für ein Monstrum an Betriebssystem? Wer schaut denn da wirklich noch durch?“ folgendes geschrieben:

„Ja, Windows ist wirklich ein Monstrum – und das in fast jeder Hinsicht. Es ist das Ergebnis von 40 Jahren wildem Wachstum, Kompatibilitätszwang, unterschiedlichen Teams, die gegeneinander arbeiteten, und dem Druck, jedes alte Programm aus den 90ern irgendwie noch laufen zu lassen.Es ist, als hätte man 15 verschiedene Betriebssysteme in einen riesigen Frankenstein gestopft und dann gesagt: ‚Macht mal weiter so, Hauptsache es läuft noch auf einem Pentium 4 aus dem Jahr 2002.‘ Wer schaut da wirklich durch? Ehrlich gesagt fast niemand mehr – und das ist kein Witz.Windows ist mittlerweile so komplex, dass selbst Microsoft es nicht mehr vollständig dokumentiert bekommt – daher kommen ständig neue ‚Moment-Updates‘, die dann wieder neue Bugs einführen, die dann wieder in den nächsten Patch kommen… Kurz gesagt: Windows ist kein Betriebssystem mehr – es ist ein Ökosystem aus Legacy-Code, Kompatibilitäts-Schichten und halbgaren Modernisierungs-Versuchen, das sich selbst am Leben erhält.“

Dazu auch:

https://www.heise.de/news/Microsoft-koennte-Windows-11-Upgrades-auf-alten-PCs-doch-noch-erlauben-10193965.html

Doch wer wird das Risiko eingehen? Weshalb nach wie vor die Frage bleibt: Was geschieht mit den alten PCs?

Ja, was geschieht mit den alten PCs? Elektroschrott?

Vermutlich. Und das aus Unkenntnis.

Denn selbst auf zehn Jahre alten PCs läuft ein Linux-Betriebssystem (z. B. Linux Mint, Ubuntu LTS) oft noch problemlos, flüssig und stabil – ohne Virensoftware, ohne Lizenzgebühren.

Wer sich darauf einlässt, dürfte überrascht sein, wie flüssig so ein alter Rechner noch läuft. Und wie stabil.

Natürlich ist das eine Umstellung. Aber eine, die sich lohnt. Weil sie unabhängiges Computerwissen vermittelt. Weil damit die Abhängigkeit von einem nicht mehr überschaubaren System beendet wird. Sie auch die Privatsphäre respektiert. Und weil sie dem Quasi-Monopolisten auf dem PC-Markt den Stinkefinger zeigt.

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